Innenaufnahme: Ein grauer deprimierender Flur mit vielen grauen, deprimierenden Türen. An den Türen hängen graue deprimierende Schilder, auf denen steht, was sich hinter den Türen vor dem letzten Umzug befand. Viele Menschen laufen aufgeregt umher. Am Ende des Flures bricht eine älterer, halbverhungerter und völlig erschöpfter Mann zusammen. Offenbar handelt es sich um eine Behörde. In der Eingangszone befindet sich eine Art Theke. Hinter der Theke steht ein gelangweiltes Fraunsleut. Darüber hängt ein großes Schild.

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Mitarbeiter #1: Da drüben ist der Informationsschalter.
Alle gehen zum Informationsschalter.
Mitarbeiter #1: Guten Tag. Könnten Sie mir bitte sagen, wo ich das Büro der Zeitverwaltung finde?
Das gelangweilte Fraunsleut geht auf die andere Seite des Schalters. #1 läuft ihr aufgeregt nach.
Mitarbeiter #1: Entschuldigen Sie! Hallo!
Das gelangweilte Fraunsleut geht wieder zurück zur vorderen Seite des Schalters. #1 bleibt verblüfft stehen.
Mitarbeiter #3: Hey, Sie da! Wo ist hier die Zeitverwaltung?
Angestellte: Junger Mann, reden Sie nicht in diesem Ton mit mir! Zeitverwaltung ist Zimmer 125, im ersten Stock gleich hinter Treppe 4 nach links.
Alle wenden sich ab und gehen zur Treppe. Plötzlich dreht sich #4 um und stürzt nochmal zum Schalter.
Mitarbeiter #4: Und wo gibt's die Antragsformulare?
Angestellte: Sozialamt, Zimmer 327.
Mitarbeiter #4: Aber das ist am anderen Ende der Stadt! Gibt es vielleicht eine Webseite, wo man sich die Formulare holen kann?
Angestellte: (irritiert) Eine was?
Mitarbeiter #4: (fuchtelt) Eine Webseite! Sie wissen schon - Internet, Computer, Windows und der ganze Kram!
Angestellte: (vorwurfsvoll) Junger Mann, wo leben Sie denn?
Die Angestellte geht zur anderen Seite des Schalters. #4 geht zu den anderen Mitarbeitern und läßt den Kopf hängen.
Mitarbeiter #4: Was nun?
(guckt zu #5 hinüber, der auf seinem Palmpilot herumtippt.)
Was machst Du da? Es gibt keine Webseiten zum Formular holen.
Mitarbeiter #3: Gehen wir erst mal hoch und ziehen eine Nummer. Dann fahren wir zum Sozialamt.
Mitarbeiter #5: (zufrieden) Nach meinen Berechnungen befindet sich die Zeitverwaltung in Zimmer 331.
Mitarbeiter #2: Sie hat doch 125 gesagt.
Mitarbeiter #5: Ja, aber Du mußt die Anzahl bereits erfolgter Umzüge und die Haushaltssituation berücksichtigen.
Alle gehen die Treppe hoch. In der zweiten Etage stolpert #2 über eine große Kiste mit rosa Framstag-Antragsformularen. Jeder nimmt sich eins. Schließlich finden sie Zimmer 331. Über der Tür hängt eine Digitalanzeige. Sie zeigt die Nummer 3. Kein Mensch sitzt im Warteraum. Neben der Tür befindet sich ein Nummernspender.
Mitarbeiter #2: (guckt auf ein deprimierendes, graues Schild an der Tür.)
Das ist nicht die Zeitverwaltung, sondern die Ämterverwaltung.
Mitarbeiter #5: Das war die Ämterverwaltung bis zum letzten Umzug. Los, ziehen wir uns eine Nummer.
(zieht einen Zettel aus dem Nummernspender.) Ohje, 87.
(setzt sich auf einen der Stühle und beginnt, den Antrag auszufüllen.)
Auch die anderen ziehen einen Zettel und setzen sich hin und mit ihren Formularen auseinander. Die Zeit vergeht.
Mitarbeiter #4: (kopfschüttelnd) Was die alles wissen wollen...
(liest) Politische Grundeinstellung... Sprachkenntnisse... bezahlte Einkommenssteuer... Freunde der Großeltern...
Dabei will ich doch nur ein paar Framstage.
Mitarbeiter #3: (ratlos) Weißt du noch, in welchen Kindergarten du gegangen bist?
Alle plagen sich mit den Formularen.
Noch mehr Zeit vergeht.
Schließlich schmeißt #1 seinen Stift hin.
Mitarbeiter #1: Das geht ja hier überhaupt nicht vorwärts... Ich gucke mal, ob überhaupt einer da ist.
Er geht zu der grauen, deprimierenden Tür, klopft, und öffnet sie.
Nach einer Weile kommt er wieder aus dem Zimmer. Alle sehen ihn erwartungsvoll an.
Mitarbeiter #2: Und? Ist es die Zeitverwaltung?
Mitarbeiter #1: Ja, klar doch.
Mitarbeiter #3: Und? Kommen wir auch mal ran?
Mitarbeiter #1: Wir sollen eine Nummer ziehen, und warten, bis wir dran sind.
Mitarbeiter #3: Und wann wird das sein?
Mitarbeiter #1: Sobald sie mit dem fertig sind, womit sie grade beschäftigt sind.
Es wird wohl noch eine Weile dauern...
Sie spielen Civilisation II.
Und sie haben gerade die Große Bibliothek gebaut.
Mitarbeiter #4: Na, hoffentlich spielen sie nicht bis zum ersten Raumschiff.
Alle lehnen sich seufzend zurück in ihre Stühle.
#5 holt den Stadtplan und die Touristeninformationen aus der Tasche und fängt an zu lesen.
Die Zeit vergeht.